Was macht das Comiclesen so einzigartig? Was kann der Comic, was andere Unterhaltungsmedien nicht können?
Um den Comic und dessen Faszination besser zu verstehen, lohnt sich erst einmal ein Blick in die Richtung der anderen Medien, die mit dem Comic „verwandt“ sind.
Da der Comic zu den visuellen Medien gehört, ist er zwischen der Fotografie und dem Film einzuordnen.
Wie das Foto setzt der Comic mit einem Bild eine ausgewählte Situation in Szene. Allerdings reicht das noch nicht aus, um eine Geschichte zu erzählen.
Und so erklärt sich die Verwandtschaft zum Film. Wenn der Comic durch eine Abfolge mehrerer Bilder eine umfassende Story ausrollt.
Aber was kann der Comic nun, was Foto und Film nicht können?
Der Comic befindet sich also zwischen Foto und Film. Aber was ist sein Alleinstellungsmerkmal?
Häufig liest man, dass die Besonderheit des Comics darin liegt, dass er Bild und Text zu einer Einheit verbindet. Dem stimme ich zu.
Und obwohl dieses Merkmal so wichtig ist, ist es dem Comic nicht vorbehalten.
Man findet die Bild-Text-Verbindung auch in anderen Medien. Beispielsweise in einer Nachrichtensendung, wenn dort Bilder zu den Ereignissen eingeblendet werden und mit einer Bildunterschrift versehen sind.
Daneben führt der Comic selbst die Bild-Text-Verbindung an seine Grenzen. Nämlich wenn er eins von beiden einfach weglässt.
So gibt es Comics und Manga, die ohne Text auskommen – oder umgekehrt, Comics, die das Bild weglassen und die Geschichte vorübergehend nur mit Text erzählen.
Es muss also noch etwas anderes geben. Etwas, das immer da ist und nie fehlen darf. Ein konstanter Bestandteil, der den Comic zu dem macht, was er ist. Es ist … [Fortsetzung folgt]